von Wittgenstein


Der lange Fall einer großen Familie

Im 2. Krieg gegen das Chaos, vor nunmehr 1000 Jahren, war Edelfried von Wittgenstein einer der größten heerführer unter Magnus dem Frommen. Die Sage spricht ihm sogar zu, Magnus selbst in einem Moment der Schwäche das Leben gerettet zu haben.

Dies war möglicherweise der Grund, aus dem Magnus ihm den Titel des „Consortius Rex“ verlieh, Gefährte des Königs. Mit diesem Titel einher ging eine Bulle, die inzwischen einzigartig im Imperium ist. Diese Bulle unterstellt Wittgenstein und seine Familie einzig und allein einer Autorität - dem König selbst.

Das mag irrwitzig klingen, aber zu Zeiten Magnus war es das nicht. Denn damals galt das Recth des Königs als oberstes Gesetz, das die Rechte aller Reichsfürsten schlug. Magnus Traum war es, eine sogenannte „Magnus Carta“, ein großes, allgemeines Gesetzbuch zu erstellen, das über alle Königreiche Geltung hat.

Unglücklicherweise wurde das Werk nicht zu Magnus Lebzeiten vertiggestellt. Tatsächlich verlor es mit der Zeit immer mehr an Bedeutung, während die Reichsfürsten immer unabhängiger wurden und immer mehr eigene Gesetze in Ihren Reichen erliessen. Dies führte dazu, das diejenigen Gesetze, an die die Konsorti gebunden sein sollten, niemals geschrieben wurden.

Lange führte dies zu keinerlei Problemen. Die Wittgensteins waren einfach eine große, einflussreiche Familie wie viele andere auch. Bis zu den Tagen Dagmar von Wittgenstein. Dagmar war ein junger, aufbrausender Student an der Universität von Sechs Spitzen. Über irgendeine Nichtigkeit kam es zu einer Auseinandersetzung mit einem Abkömmling des Hauses Siebenstein. Beim Duell war Konrad leider so betrunken, das er beim Zählen des Duellmeisters durcheinanderkam, sich nach 5 Schritten umdrehte und Siebenstein in den Rücken schoss.

Aufgrund der Missachtung der Duellregeln galt dies als Mord, und zudem vor Zeugen, an einem Mitglied einer Reichsfürstenfamilie. Erst bei der Verhandlung stiess der Advokat der Wittgensteins, ein gewisser Adeslbach, auf die derzeitige Auslegung der Bulle. Der Prozess endete mit einem skandalösen Freispruch Wittgensteins, der lachend aus dem Gerichtssaal stürmte.

Nun begann eine Reihe unfassbarer Eskapaden Konrads und bald darauf seiner nahen Verwandten. Raub, Mord, Vergewaltigung, öffentliche Demütigung der Priesterschaft, für nichts waren sich die Wittgensteins zu schade.

Mit Unterstützung Adelsbachs schlugen sie jegliche Klagen und Vorwürfe nieder, seien sie aus Reichs-, Kirchen- oder Magiegesetz, denn Magnus war zu seiner Zeit nicht nur König, sondern auch Oberhaupt der Kirche und Gründer der Magieorden von Sechsspitzen. Seine Magnus Karta war die Grundlage aller drei Gesetzbücher und seine Bulle hebelte sie alle aus.

Aber Dekadenz und Zügellosigkeit sind kein Garant für Erfolg. Weder Dagmar noch seine Verwandten beendeten irgendeine Ausbildung. Keine Anlagen wurden gemacht, keine Kredite gewährt, denn kein Gesetz konnte die Wittgensteins zur Rückzahlung zwingen. Alle Adelshäuser verabscheuten die Wittgensteins, die so zu Pariahs auf dem sozialen Parkett wurden.

Dies ging soweit, das die Abkömmlinge der Wittgensteins unter falschem Namen reisten, um der Ostration zu entgehen. Nur die degeneriertesten und verkommensten Wittgensteins blieben schlichtweg auf dem Familiensitz.

Dagmar war es dann auch, der von der sich die „Träne Morrsliebs“ aneignete. Dieser Komet aus Verwerfungsgestein hätte damals eigentlich Sechsspitzen zugestanden, aber Konrad erfuhr davon und liess ihn auf sein Schloss bringen.

Denn die einzige Autorität, die er noch zu fürchten hatte, zehrte an ihm – das Alter. Konrad, als Kommilitone von Caelius von Bögenhafen, teilte dessen Interesse an der Langlebigkeit. Während Caelius sich auf das Gebiet der Minimierung verlegte, also die Unabhängigkeit von den Körpersäften durch Entfernung der Organe, suchte Konrad nach einer externen Energiequelle.

Wie in sovielen Experimenten mit Warpstein hatte Dagmar schnell Erfolg-  aber nicht so, wie er Ihn geplant hatte. Mutation, Wahnsinn und Verfall ergriffen die gesamte Baronie Wittgenstein.

Schloss Wittgenstein wurde ein beliebter Treffpunkt von Kultisten, Tiermenschen und Mutanten, waren doch die Grenzen der Baronie selbst für die Hexenjäger Loknar unanatastbar.

Gleichzeitig verfügten die Wittgensteins über Ihre unter falschem Namen reisenden Verwandten über ein Netzwerk von Agenten an den Höfen und Universitäten vieler Fürstentümer. Sollte einmal die Identität eines solchen auffliegen, war die schlimste Konsequenz meist ein längerer Aufenthalt auf Schloss Wittgenstein.

So hätte Dagmar eigentlich der Kopf einer gewaltigen, sehr effektiven Verschwörung sein können. Aber dazu fehlten Ihm zwei Dinge – Ambition und Geduld. Konrad war schlichtweg am Ziel seiner Träume angelangt. Seine von Morrstein verwirrten Sinne ließen Ihn Wittgenstein als das Paradies auf Erden sehen. Sein Konsum verlängerte sein leben auf unabsehbare Zeit. Er hate schlichtweg keinen Grund, irgendeine Verschwörung anzuzetteln.

Sowohl der Kult der Roten Krone als auch die Purpurne Hand hatten schon mehrfach erfolglos versucht, die Wittgensteins für Ihre Sache zu rekrutieren.

So kam es dann auch, als die Sackheimbande auf der Spur des Meteoriten im Schloss ankam, zu einer ungwollten und ungeplanten Allianz zwischen Roter Krone und der Bande, die beide die Herrschaft der Wittgensteins beenden wollten.

Den Coup de Grace führten die Skaven, die beim Versuch, die Träne zu stehlen, die Fundamente des Schlosses zerstörten. So besiegelten sie nicht nur den Untergang der Familie, sonder auch des Stammsitzes der Wittgensteins.

König Richard hat inzwischen mit Hilfe von Marnie und Deborah einen Weggefunden, um den Übergriffen eventuell verbleibender Wittgensteins vorzubeugen. Die Dynastie der Wittgensteins ist offiziell beendet, an Ihre Stelle tritt Fürstin Sackheim. Etwaige Verbliebene hatten 2 Wochen Zeit, Beschwerde einzureichen – komischerweise hat niemand auf den Aushang im Keller der Justizbehörde von Altdorf reagiert.Somit ist die Erbfolge der Wittgensteins durchbrochen. Alle verbliebenen Wittgensteins sind jetzt quasi Rechtlose.

Fazit – die Wittgensteins, obwohl mindestens ein Mitglied der Familie zum Karneval in Middenheim war, waren nicht die Finanziers hinter der purpurnen Hand. Es bleibt schleierhaft, woher die massiven Geldmittel stammen, mit denen Lieberung Wasmeiers Aufstieg zum Gesetzeslord finanzierte.