Kapitel 3: Burg Wittgenstein

Nach allem was wir wissen entscheiden wir uns die Reise nach Wittgendorf anzutreten.
Erst nach einiger Zeit und zähem Verhandeln ist ein Bootsmann bereit, wohlgemerkt für eine beträchtliche Summe an Goldstücken, uns nach Wittgendorf (wo kein Schiff festmachen würde) zu transportieren. Während der Fahrt nach Wittgendorf wird treibt ein aufgedunsener Körper im Wasser an uns vorbei.Genauere Untersuchungen ergeben, das die Leiche mit unheimlichen Mutationen befallen ist. Es scheinen also nicht nur Gerüchte zu sein, dass seltsame Dinge den Reik hinunter treiben.
Bei Sonnenuntergang übernachtet wir auf dem sicheren Fluss in der Nähe der Baronie Wittgenstein, deren Ausläufer man bereits auch an der seltsamen Vegetation erkennen kann. Verdrehte Bäume, ausgebleichte Pflanzen, seltsame Pilz befallen und ähnliche Anzeichen wecken Erinnerungen an des Teufels Schüssel in den kahlen Hügeln.
Am Vormittag des nächsten Tages erreichen wir den heruntergekommenen Landungssteg des traurigen Dorfes Wittgendorf, über dem, in einiger Entfernung auf hohen Felsklippen die Trutzburg derer von Wittgenstein thront. Das Dorf besteht aus einigen heruntergekommenen Hütten, einem Gasthaus, einem Sigmartempel und vielen uralten Häusern.
Beim Betreten des Steges werden wir von gut einem Dutzend ausgemergelte und missgestalteter Bettler empfangen, die wehleidig um ein Almosen flehen. Auffällig ist, dass einigen Gliedmaßen oder gar anatomische Details wie z.B. Augen, Mund oder anderes fehlen.

Als wir den Dorfplatz erreichen bietet sich ein seltsames Bild. Ein Kreis von bewaffneten Soldaten umringt einen am Boden liegenden Bettler, dessen rechter Arm abgetrennt ist, überwacht von einer gepuderten, gut gekleideten jungen Damen zu Pferd, deren Gesichtszüge einigen von uns bekannt vorkommt. Eine junge Frau im Pöbel ruft um Hilfe, man möge ihrem Mann zu Hilfe kommen, und als sie uns erblickt versucht sie, auf uns zuzurennen, wird jedoch vorher von einem Soldaten derer von Wittgensteins niedergeschlagen. Die junge Dame zieht mit ihrer Trophäe und den Soldaten zur Burg ab, während wir den herausfordernde Gesten von den in Plattenrüstungen und Vollhelmen gepanzerten Soldaten widerstehen.
Wir beschließen im einzigen Gasthaus ein Quatier zu beziehen. DerGastwirt ist erfreut, seit langer Zeit wieder Gäste zu haben, und bereit seine, wenn auch wenigen Vorräte für eine entsprechende Bezahlung mit uns zu teilen. Wir beratschlagen und befragen die wenigen, wenig redseligen Gäste, die das dünne Bier hier trinken nach den seltsamen Einblicken in das Dorfleben und erfahren folgendes:

  • Die Wittgensteins Leben oben auf der Burg und regieren den Landstrich mit einer harten Hand.
  • Die Frau auf dem Pferd war Margritte von Wittgenstein, die Tochter der Baronin Ingrid von Wittgenstein.
  • Die Baronie war einst reich und fruchtbar, nun wächst kaum noch etwas, was man auf einem Markt verkaufen könnte, Händler kommen daher schon lange nicht mehr nach Wittgenstein.
  • Es leben etwa 50 bis 70 Menschen in Wittgendorf und etwa 40 bis 60 in der Burg.
  • Angeblich leben einige Bettler in der Burg.
  • Die Soldaten gehören alle zur Burg, sie kommen ab und zu nach Wittgendorf herunter, meist um den Zehnt einzutreiben, sie nehmen ihre Helme eigentlich nie ab.
  • Die Felder haben schon lange wenig hergegeben, aber seit einer stürmischen Nacht vor ein paar Jahren und dem darauf folgenden schwarzen Regen sind die Erträge noch kärglicher und reichen geradeso zum überleben.
  • Der Sigmartempel ist verlassen, seitdem der Sigmarpriester bei einem tragischen Unfall vor sechs Monaten seinen Tod fand.

Eine erste Annäherung an die Burg bringt erstmal nicht viel Neues. Die Tore sind zu, davor sind einige Käfige mit darin ausgemergelten Gestalten aufgehängt.
Beim Rückmarsch werden wir im Dorf auf einen Beobachter aufmerksam, der sich beim herantreten an ihn, als Dr. Jean Rousseaux vorstellt. Er ist der Dorfarzt, ein, vor vielen Jahren zugereister, aus Trawonien (wie man am Akzent, der Perücke und den Puder im Gesicht unschwer erkennt), der gute Doktor versucht das Leiden der vielen im Dorf zu lindern.
Kurz bevor wir das Gasthaus erreichen beobachten wir den Kampf eines Mannes mit einem Hund um einen Knochen. Nach einem kurzen Blick zurück, hat der Hund den Kampf anscheinend gewonnen, und sich im Hals des Bettlers verbissen, den Knochen komplett ignorierend.

Kurz vor dem Erreichen unseres Gasthauses überfällt uns eine Gruppe von Skaven und wir haben unsere liebe Not uns diese stinkende Brut vom Hals zu schaffen. Die Leichen der Rattenmenschen auf der Straße werden von den Bettlern fort geschleift.

Der kommende Morgen und die genauen Ereignisse auf Burg Wittgenstein werden in kürze durch die Herrin und Regentin Debora von Nuln bildhaft ergänzt...

... so viel sei nur schon erwähnt. Es gelingt uns im schier letzten Augenblick die unter donnerndem getöse und fürchterlichem Krachen einstürzende Burg Wittgenstein zu verlassen. Buchstäblich im letzten Augenblick sind wir zumindest erleichtert, dass auch der mächtige Warpstein, jenes aus den Kahlen Hügeln geborgene Artefakt unter dem Geröll und den einstigen Mauern der verfluchten Festung derer von Wittgensteins für immer verschüttet wurde.

Als sich der Staub langsam legt und wir auf die Trümmer hinüberschauen sehen wir mit großem Schrecken, dass die gehörnte Ratte ihren verdorbenen Kindern beigestanden hat. Eine kleine Gruppe Skaven kriecht aus einer Felssplate hervor und ihr Anführer trägt triumphierend einen großen schwarz-grünlich leuchtenden Stein vor sichher. Die Skaven verschwinden in einem Erdloch, aus dem auch nach einem Knall eine Staubwolke hervorscheint.

Das Schicksal des Warpsteins ist besiegelt und dieser Faden reißt hier ab. Auch der Schickalsfaden Etelka Herzen hat ein Ende gefunden, die Wittgensteins sind ausgelöscht so scheint es. Allerdings haben wir Hinweise auf einen weiteren gottlosen Ketzer jenen unsäglichen Slaanesh-Anbeter der sich Gotthard von Wittgenstein nennt. Seinen Faden folgen wir in die Hauptstadt des Weißenwolfs ins Herz von Middenheim, wo sich sich das Netz der unsäglichen erschwörung und maßlosen Korruption weiter zusammen zieht. Wir rechnen damit erneut auf die Purpurne Hand (Tzeentsch) zu treffen und hoffen die Drahtzieher hinter der Roten Krone (Tzeentsch) im hohen Norden zu finden. Das das Wittgenstein Monster, sowie Margritte von Wittgenstein tot ist glaubt, zu recht wie sich noch herausstellen wird, kaum jemand.....